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Große Ehrung für Pfarrer Marc Röbel

22. April 2026 - Cloppenburg-Stapelfeld

Habilitationsschrift mit Paul-Tillich-Preis ausgezeichnet

Foto der Preisübergabe mit Prof. Dr. Danz und Pfarrer Dr. RöbelGroßansicht öffnen

Prof. Dr. Christian Danz überreicht Privatdozent Pfarrer Dr. Marc Röbel den Paul-Tillich-Preis

Cloppenburg-Stapelfeld, Hofgeismar, 21.4. Privatdozent Pfarrer Dr. Marc Röbel wurde mit dem Paul-Tillich-Preis 2025 ausgezeichnet. Der Preis wird von der Deutschen Paul-Tillich-Gesellschaft für herausragende wissenschaftliche Arbeiten ausgeschrieben, die dem wissenschaftlichen Werk Paul Tillichs gewidmet sind. Röbel ist Direktor der Katholischen Akademie Stapelfeld und Privatdozent am Institut für Katholische Theologie der Universität Vechta – nicht zuletzt um die enge Verbindung zwischen Hochschule und Kirche zu stärken.

Die Preisübergabe fand anlässlich der Jahrestagung der Gesellschaft am Freitag (17.4.)  in der Evangelischen Akademie Hofgeismar statt. Der Vorsitzende der Gesellschaft, Prof. Dr. Christian Danz (Universität Wien), übergab Röbel den Preis für seine Habilitationsschrift. Sie trägt den Titel: „Partizipation. Zu einem existentialontologischen Schlüsseltheorem im philosophischen Denken Paul Tillichs“.

Im Zuge der Preisverleihung dankte Röbel der Gesellschaft für die Würdigung und die vorausgegangene wissenschaftliche Auseinandersetzung mit seiner Arbeit und seinem Mentor, Professor Dr. Dr. Werner Schüßler, für die „fachliche Expertise“ in der Begleitung und den „inspirierenden Dialog, der weit über das rein Akademische hinausging“. Schüßler ist ein weltweit anerkannter Tillich-Forscher.

Der evangelische Philosoph und Theologe Paul Tillich war für Röbel einer der bedeutendsten Denker des 20. Jahrhunderts. Er emigrierte 1933 in die USA und wurde dort ein renommierter Buchautor und Universitätslehrer. Viele seiner Werke wurden zu weltweit gelesenen Bestsellern, darunter „Liebe, Macht, Gerechtigkeit“, „Der Mut zum Sein“. Seine dreibändige „Systematische Theologie“ ist ein Standardwerk. „Tillich wird als Theologe bis heute anerkannt. Er ist aber auch ein eigenständig denkender Philosoph,“ erklärt Röbel, das versuche seine Arbeit zu zeigen. Das Thema „Partizipation“ stamme ursprünglich aus der Philosophie Platons, erklärt der Preisträger. „Tillich hat aus diesem Begriff einen eigenen Ansatz gemacht, der auch im 21. Jahrhundert hochaktuell ist: Wir leben in einem Zeitalter der Partizipation – sei es digital, politisch oder in unserer Suche nach kirchlichen Formen der Teilhabe und Beteiligung aller.“ 

Tillichs Verständnis von Partizipation sei radikal, erklärte Röbel in seiner Dankesrede zur Preisverleihung. „Tillich begreift das Erkennen selbst als Partizipation“, sagt der Theologe und Philosoph. Erkenntnis sei für den deutsch-amerikanischen Denker nicht nur das Gegenüber von Subjekt und Objekt. „Erkennen ist vielmehr eine umfassende und den Menschen selbst ergreifende Teilhabe an der Wirklichkeit in all ihren Dimensionen.“ Diesen Ansatz bezeichnet Röbel als Existentialontologie.

Die Arbeiten Tillichs seien ein beliebtes Thema, auch bei Studentinnen und Studenten. „Von ihm können Studierende der Theologie lernen: Die Theologie sollte nicht Antworten auf Fragen geben, die niemand gestellt hat“, stellt Röbel fest. „Die Botschaft der Bibel und der christlichen Tradition war und ist immer Antwort auf bestimmte Fragen in einer konkreten Situation“, erläutert der Geistliche. Von Tillich zu lernen, heiße verstehen lernen, auf welche Fragen des heutigen Lebens das Wort der Kirche eine Antwort sein kann.

Johannes Hörnemann