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Caritasdirektor: „Die Lage bei Krankenhäusern spitzt sich weiter zu“

20. Mai 2026 - Cloppenburg-Stapelfeld

Rund 100 Entscheidungsträger aus der Region beim „Abend der Caritas“ in der Katholischen Akademie Stapelfeld – Caritasdirektor Dr. Tepe: Absage an ‚Assistierten Suizid‘ in Caritas-Einrichtungen – Münsteraner Sozialethikerin Heimbach-Steins zur Frage, was uns Hoffnung gibt

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Begrüßten 100 Entscheidungsträger aus der Region: Dr. Gerhard Tepe (v.l), Professorin Dr. Marianne Heimbach-Steins, Weihbischof Wilfried Theising und Hon.-Prof. Dr. Martin Pohlmann

Auch in Zukunft „Hebammen der Menschlichkeit“ zu bleiben: Dazu hat Caritasdirektor Dr. Gerhard Tepe am Dienstag, 19. Mai, rund 100 Entscheidungsträger aus dem Oldenburger Land aufgerufen. „Bleiben Sie ein Gegen-Vorbild zu den autoritären Herrschern dieser Tage“, sagte er im Rahmen eines Abends der Caritas in der Katholischen Akademie Stapelfeld. 

Dankbar zeigte sich der Caritasdirektor für die Positionierung der Deutschen Bischofskonferenz und des Deutschen Caritasverbandes zum ‚Assistierten Suizid‘. Dadurch werde die bisherige Position des Landes-Caritasverbandes bestätigt. In den oldenburgischen katholischen Sozialeinrichtungen wolle man nicht, dass Hände an das Leben alter und kranker Menschen gelegt werde. Tepe: „Wir halten die Hand im Sterben, aber geben sie nicht zum Sterben beziehungsweise Töten!“

Das Kreuz in der Mitte des Caritaslogos bleibe die „Grundlage und Orientierung“ der Caritasarbeit. Als Beispiel für ein Handeln von „Geburtshelfern für das Gute“ beschrieb Tepe in seiner Begrüßung das Entstehen von 100 Wohnungen für sozial schwächere Personen. Möglich geworden sei dieses Vorbild-Projekt durch das Zusammenwirken von Privatpersonen, Kirche, Caritas und Kommune.

Im Gegensatz zu kommunalen Krankenhäusern würden Defizite bei freigemeinnützigen Kliniken, also beispielsweise solchen in kirchlicher Trägerschaft, nicht durch die jeweilige Stadt oder den Landkreis ausgeglichen, kritisierte Tepe. „Die Lage für die betreffenden Häuser spitzt sich weiter zu“, warnte der Caritasdirektor. Die angedachten Kürzungsempfehlungen auf der Bundesebene würden sich „besonders gravierend“ auf die freigemeinnützigen Krankenhäuser auswirken. Tepe: „Es soll niemand sagen, dass er oder sie davon nichts gewusst habe.“

Dass die Demokratie ohne „politische Sehnsucht, ohne Erzählungen vom Glück“ nicht gerettet werden könne, betonte Festrednerin Professorin Dr. Marianne Heimbach-Steins (Münster). Viele seien bereit, aus der Gegenwart zu fliehen und entschieden sich für den „Weg zurück, ins Gestern“, zitierte die bekannte Sozialethikerin im Rahmen ihres Vortrags zum Thema „Was lässt uns hoffen?“

Hoffnung könne man nur haben, wenn man diese ausübe oder in die Tat umsetze, sagte sie vor den Vertretern aus Politik, Kirche und Wirtschaft. Die Erwartung von etwas Besserem sei weder Illusion noch blinder Aktionismus. Heimbach-Steins: „Hoffen bedeutet, der Wirklichkeit mehr zuzutrauen als diese augenscheinlich hergibt.“

Der christliche Glaube biete die Möglichkeit, ungelöste und unlösbar scheinende Fragen „weiterzureichen“ an Gott: in Form von Anfrage oder Anklage. Diese Worte liefen nicht ins Leere und kämen nicht als Bumerang zurück.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung durch die Pianistinnen Monika Zilke und Svitlana Savchenko sowie den Sänger Artem Holovko (alle Diepholz).